Ausgerechnet im Land der Täter fanden sie vorübergehend Schutz: Hunderttausende jüdische Flüchtlinge, die nach dem zweiten Weltkrieg nicht in ihre ost- und mitteleuropäischen Heimatländer zurückkehren konnten. Diesem vergessenen Kapitel der Nachkriegsgeschichte hat der Bayreuther Landtagsabgeordnete Franc Dierl (CSU) im Rahmen der Reihe „Im Gespräch …“ einen Themenabend im neuen Jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrum gewidmet. Unter dem Motto „Jüdische Displaced Persons in Bayern und Bayreuth“ erinnerte der Politiker im Rahmen einer Kooperationsveranstaltung mit dem Antisemitismusbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, dem früheren bayerischen Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und dem oberfränkischen Heimatpfleger Professor Dr. Günter Dippold an die Menschen, für die die amerikanische Besatzungszone für wenige Jahre zum Aufenthaltsort wurde.
„Displaced Persons“, das sei schon ein eigenartiger Begriff, sagte Ludwig Spaenle. Genau vor 80 Jahren, im Januar 1946 hätten sich in München die Vertreter der „Displaced Persons“ getroffen, die das Morden überlebt hatten. „Sie wollten in ihre Heimat zurück, konnten aber nicht.“ Über 100.000 Menschen seien in die amerikanische Besatzungszone ausgewandert, ausgerechnet in das Land ihrer Mörder. Der spätere erste israelische Ministerpräsident David Ben Gourion habe damals erstmals die Idee eines israelischen Staates öffentlich vorgestellt. Damit sei ein Teil des Fundamentes des israelitischen Staates auf bayerischem Boden gegründet worden.
Auch Landtagsabgeordneter Franc Dierl rief dazu auf, die „Displaced Persons“ als Anlass zu nehmen, sich mit der Geschichte zu beschäftigen. „Wir müssen den jungen Menschen erzählen, wie es damals war“, sagte er vor dem Hintergrund zunehmender Rechtstendenzen, wachsendem Radikalismus und Antisemitismus. Er sei durch eine Reportage des Bayerischen Rundfunks auf das Thema gestoßen. „Ein Thema, dem wir mehr Beachtung schenken müssen“, so Franc Dierl. Es sei ein ganz wichtiger Auftrag für jetzige Generationen, die Geschichte weiter zu vermitteln.
Thomas Brüggemann (links) leitete die Gesprächsrunde mit (von rechts) dem Antisemitismusbeauftragten Ludwig Spaenle, Landtagsabgeordneten Franc Dierl und Bezirksheimatpfleger Günter Dippold.
Im neuen Jüdischen Gemeinde- und Kulturzentrum stand das vergessene Kapitel der „Displaced Persons“ im Mittelpunkt einer Diskussionsveranstaltung des Bayreuther Landtagsabgeordneten Franc Dierl.
Bayreuth, 19.05.2026
Ansprechpartnerin:
Stefanie Finzel
Persönliche Referentin
Franc Dierl, MdL
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Tel: 0921/76430-26
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